Twitter-Community fordert Sperre von Boris Reitschuster

  KASonline Boris Reitschuster, Leiter des Moskauer Büros von Focus
Foto: Marco Urban

Boris Reitschuster ist ein ehemaliger Focus-Journalist und betreibt heute seine eigene Online-Plattform, die bei Querdenker*innen sehr beliebt ist. Er steht wegen seiner Kritik an den Anti-Corona-Maßnahmen in der Öffentlichkeit, zweifelt am Nutzen von Masken und kritisiert die Corona-Impfungen scharf. Auf Twitter nennt er Deutschland „Absurdistan“ und Leute, die ihm widersprechen „Merkelianer“. Auf Twitter ist deshalb eine Debatte um seine Person losgetreten worden unter dem Hashtag #SuspendReitschuster, bei dem seine Sperrung auf der Plattform gefordert wird.

Covid-Delta-Variante auf einem Reagenzglas
#SuspendReitschuster sehe ich als eine sehr wichtige Hygienemaßnahme zum Erhalt der geistigen Gesundheit unserer Bevölkerung an!

(von Abigail Rook am 02.07.2021)

 

Nachdem #Reitschuster einmal zu oft wegen seinen Falschmeldungen auf Twitter gesperrt wurde, meint er jetzt sarkastisch: "Wahrscheinlich sollte man jetzt alles, was man veröffentlicht, vorher von den "Faktencheckern" darauf prüfen lassen [...]" JA, SOLLTEST DU HALT WIRKLICH

(von Volksverpetzer am 02.07.2021)

 


Prof. Dr. Klaus Segbers, Politikwissenschaftler Freie Universität Berlin (links) und Boris Reitschuster, Leiter des Moskauer Büros von Focus (Mitte)
Foto: Marco Urban
Die deutscheSprache unterliegt einem ständigen Wandel und passt sich aktuellen Entwicklungen an. Hier nur 2 Beispiele: Früher: Z……Schnitzel / Heute: Schnitzel mit scharfer Soße Früher: Baron Münchhausen / Heute: Boris Reitschuster #SuspendReitschuster

(von Komisaar am 02.07.2021)

 

Wie schön die aufrechten doitschen Verschwörungsgläubigen mal wieder nicht zwischen Meinungsfreiheit und gezielter Desinformation unterscheiden können. Ihr solltet schnell spenden, dann wird alles besser. Ehrlich. #SuspendReitschuster

(von Echt jetzt? am 02.07.2021)

 
Von der Gegenseite wurde wild mit dem Begriff "Meinungsfreiheit" argumentiert. Daniel schreibt dazu in einem Thread...
Ist #SuspendReitschuster nicht ein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit? Leider muss man den Begriff in der Debatte immer wieder erklären: 1/8"Meinungsfreiheit" betrifft genau das, was im Namen steht: Meinungen. Es ist juristisch gut definiert, was eine Meinung ist: Werturteile und "Dafürhalten". Oder anders gesagt: "Meinung ist, was sich nicht beweisen lässt". 2/8Etwas anderes sind Tatsachenbehauptungen. Das sind aussagen, die sich in einem Prozess beweisen oder widerlegen lassen. Sie sind nicht von der Meinungsfreiheit geschützt. 3/8
Man darf also sehr wohl #suspendreitschuster schreiben, weil das keine Tatsache behauptet, sondern etwas fordert. Zu behaupten, die Wissenschaft habe etwas festgestellt ist dagegen eine Tatsachenbehauptung und damit nicht geschützt. 4/8
Außerdem schützt das Grundrecht der Meinungsfreiheit den Reitschuster nicht vor #suspendreitschuster durch Twitter. Dazu sind Grundrechte gar nicht gedacht. 5/8Jurist: innen definieren Grundrechte als "Abwehrrechte gegen den Staat". Twitter ist aber kein Staat, sondern ein Unternehmen. In seltenen Fällen gibt es eine sog. "Drittwirkung". 6/8Eine Drittwirkung könnte man annehmen, wenn Reitschuster nur auf Twitter seine Meinung sagen könnte und sonst keine Plattform hatte. Ist aber nicht so, der Herr hat ja einen gut besuchten Blog. 7/8
Zusammenfassung: Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Grundrechte schützen vor dem Staat. Twitter ist kein Staat. Meinungsfreiheit schützt nur Meinungen. Reitschuster stellt aber Tatsachenbehauptungen auf. Daher: #suspendreitschuster 8/8

(von Daniel am 02.07.2021)


Was ist #TrendAlarm?

 

TrendAlarm befasst sich mit den aktuell kontroversesten Themen auf Twitter und der Welt. Hier spielt nicht die Meinung eines Einzelnens die Rolle sonder die der Community.

Bringe auch du dich gerne in die Diskussion mit ein, indem du ein Kommentar schreibst, oder unter dem Hashtag #TrendAlarm mitdiskutierst.


Manuel Fiedler

 

... wurde 1996 in Oberfranken geboren.  Durch das Schreiben lebt Fiedler seine Kreativität aus und bildet sich durch Recherchearbeiten weiter.
An fiktiven Geschichten mag er besonders, dass man durch sie in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen kann.
"Es ermöglicht einem, von der Realität abzuschalten, die Welt aus einer anderen Perspektive und mit anderen Augen zu erfahren und zu erleben", sagt Fiedler.
Sein größter Antrieb beim Schreiben ist es, die Leser*innen zu unterhalten und eventuell sogar neue Einblicke zu vermitteln.



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